Quarterback fürs Damenteam
Matthias Leder ist der neue Frauentrainer der SG Rieseby-Waabs.

 

Vor einer Woche im Sportheim Waabs. Die deutschen Frauen verteidigen gerade tapfer ihre 2:0- Führung gegen die Spanierinnen, und vor dem Bildschirm verteidigt ein halbes Dutzend junger Damen mit.

Als Mitte der zweiten Halbzeit Torhüterin Merle Frohms einen spanischen Volleyschuss weltklasse-grandios zur Ecke lenkt: Johlen, Applaus, jemand ruft „Die neue Manuel Neuer!“

Mitten unter den Jublerinnen: Matthias Leder, 24. Er ist der neue Coach der Damen-Spielgemeinschaft Rieseby-Waabs (RieWa).

 

Bereits am Ende der vergangenen Saison stand Leder als Co-Trainer an der Außenlinie, gemeinsam mit RieWa-Legende Sven Soll. „Sven wollte kürzer treten, hat mich beim Team vorgestellt und in den letzten Spielen gleich mal machen lassen“, sagt Leder. „Dafür bin ich ihm total dankbar!“ Soll hatte zuvor in Waabs erst vier Jahre lang die B-Mädchen trainiert und dann weitere 13 Jahre das Frauen-Team. Dutzende Spielerinnen werden es ihm ebenso herzlich danken wie der SV Schwansen.

 

„Das hat all die Jahre viel viel Spaß gemacht“, sagt der 54-Jährige am Telefon, „jetzt brauche ich aber doch etwas mehr Freizeit.“ Gleichwohl bleibt Soll dem Team mindestens in der kommenden Saison verbunden: Im Hintergrund organisiert er Testspiele, kümmert sich ums Sponsoring, lädt Spielerinnen ein, bei RieWa zu spielen. Eine Art Teammanager. „Viele Leute im Damenfußball haben ja meine Telefonnummer, ganz aufhören kannst du da nicht“, sagt Soll gut gelaunt und verabschiedet sich ins Wochenende.

 

Nun hat der Neue den Staffelstab übernommen. Zwei Stunden vor dem Spiel gegen Spanien lässt Matthias „Matze“ Leder die Frauen erst ein wenig warmlaufen – wichtig nach dem zweitägigen Trainingslager am Wochenende zuvor mit Zirkeltraining und allem Pipapo. „Das gehört zu einer guten Vorbereitung, wir müssen jetzt Kraft und Kondition aufbauen.“ Dann Direktpassspiel auf engem Raum, Torschussübungen, zwischendurch Trinkpausen. Beim Trainingsspiel wird geflachst und gelacht, aber schon bald unterbricht der Trainer und mahnt wieder mehr Konzentration an. Die Spielerinnen nicken und straffen sich.

 

Der Neue ist jünger als viele Spielerinnen und nicht mal halb so alt wie Sven Soll. Aber er besitzt Autorität. Matthias Leder bezieht sie wohl eher nicht aus seiner eigenen Fußballerkarriere: „Die war sehr überschaubar“, sagt er und lächelt. Mit 11 hat er bei der FSG Ostseeküste begonnen, mit 15 wieder aufgehört. Dafür war er bis vor kurzem Quarterback beim Football-Club Flensburg Sealords, hatte in Kiel sogar zwei Einsätze in der Bundesliga – diese Erfahrungen helfen enorm: „Raumverständnis, Lauf- und Passwege, Taktik und natürlich Kraft und Körperlichkeit, das alles kann ich gut auf den Fußball übertragen.“

 

Und für den Rest ist Matthias Leder ja nicht alleine in Waabs: Co-Trainerin Laura Voigt stand bei RieWa lange im Tor und coacht jetzt die Torfrauen Kira und Cero. Horst Angerer holt immer mal einige Spielerinnen heraus und kümmert sich bei ihnen um Feinheiten wie Schusstechnik und Einwürfe. Und Sven Soll organisiert im Hintergrund. Das Team dankt es mit Neugier aufs neue Training, mit Hingabe und Teamgeist.

 

Leder ist gelernter Einzelhandelskaufmann (bei Intersport Teichmann in Kappeln), doch er wollte näher mit Menschen arbeiten und lässt sich in Flensburg zum Physiotherapeuten ausbilden. Am Jahresende wird er damit fertig sein. Und dann? Was sind seine nächsten Ziele? „Mal sehn“, sagt Matthias Leder. „Auf jeden Fall jetzt schon das Team gut kennenlernen und gut in die Saison starten. Bis dahin gibt es noch Einiges zu tun – aber mit Spaß. Das Team macht es mir sehr leicht.“

 

Die Frage nach der nahen Zukunft dagegen ist leicht beantwortet. Wenn die deutschen Frauen am Donnerstagabend (21.00 Uhr, ARD) in London-Brentford gegen Österreich antreten, wird der 24- Jährige wieder inmitten seines Teams im Sportheim Waabs sitzen. Und die RieWa-Damen werden wieder mitfiebern – müde und austrainiert.

Søren Harms

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